Zürich, im September 2011
Liebe Mitglieder und Eisenbahn-Freunde
1. Administratives
Im Zusammenhang mit dem Auflösen des Vereins der „Eisenbahnfreunde Zürichsee rechtes Ufer“ (EZRU) wurde der Wunsch an uns herangetragen, den ehemaligen Mitgliedern dieses Vereins beliebt zu machen, einen Beitritt zum VMik zu prüfen. Wir haben ein entsprechendes Schreiben erstellt und verschickt. Gleichzeitig mit unserem „Angebot“ haben wir auch auf den Bedarf einer Persönlichkeit für Öffentlichkeitsarbeit im VMik hingewiesen. Nun warten wir gespannt auf allfällige Reaktionen.
Am 7. Mai wurden der Verein Mikado 1244 von Experten des Bundesamtes für Verkehr (BAV) im Rahmen der periodisch stattfindenden Sicherheitskontrollen im Depot Brugg auditiert. Dieses Audit fand an einen Samstag, d.h. an einem Arbeitstag des Depotteams statt, weil die Experten sich auch die Werkstätte und die Arbeiten ansehen wollten. Weitere Prüfpunkte waren die Geschäftsführung des Vereins in allen Bereichen, das Einhalten des Arbeitszeitgesetzes durch das Lokpersonal bzw. das entsprechende Einteilen durch unsere Betriebsleiter und, ganz wichtig, der Rollmaterialunterhalt, d.h. das Führen der Unterhaltsdokumentationen über unsere Fahrzeuge. Gleichzeitig wurde die Betriebsführung und der Rollmaterialunterhalt unseres Partners Draisinensammlung Fricktal (DSF) überprüft.
Vorgängig schon, am Tag nach der Mitgliederversammlung, wurde mangels anderer Gelegenheit eine Extra-Dampflokfahrt von Koblenz nach Stein-Säckingen, organisiert durch die DSF und ausgeführt mit der Dampflok E 3/3 8492 der Papierfabrik Perlen und einem Wagen des DVZO, im Rahmen einer Betriebskontrolle von Experten des BAV auditiert.
Dank den ausgezeichneten Vorbereitungen von Betriebs-, Reise- und Technischer Leitung konnten die Experten des BAV keine gravierenden Mängel feststellen. Sie waren mit unserer Arbeit zufrieden. Das schlug sich dann auch im Überwachungsbericht nieder. Neben einigen Tipps wurden nur 2 Auflagen verfügt, die bis Ende September bearbeitet werden müssen. Von unserer Seite darf dieses Resultat als Erfolg gewertet werden. Immerhin setzen wir unser ganzes Wissen und Können dafür ein, jederzeit einen geordneten und vorschriftsmässigen Eisenbahnbetrieb durchzuführen. Etwas anderes käme überhaupt nicht in Frage!
Weil die Netzzugangsbewilligung des BAV auf Mitte 2011 auslief, musste bereits im Herbst der Antrag auf deren Erneuerung gestellt werden. Das war ein recht aufwendiges Verfahren. Das BAV wollte unter Anderem ganz genau wissen, wie es um die Vereine steht, die sich um eine Netzzugangsbewilligung bewerben, und zwar sowohl in finanzieller als auch in „moralischer“ Beziehung. So musste mit dem eigentlichen Gesuch die zwei letzten angenommenen Jahresrechnungen und für die Vorstandsmitglieder je ein Auszug aus dem Strafregister und aus dem Betreibungsregister eingereicht werden. Dazu gehörte selbstverständlich auch ein Auszug aus dem Betreibungsregister für den Verein als Ganzes.Da sich weder die Vorstandsmitglieder noch der Verein als Ganzes das Geringste zuschulden hatten kommen lassen, wurde unserem Verein die Netzzugangsbewilligung bis Mitte 2021 erneuert.
2. Anlässe
Dass es im Laufe dieser Fahrt ins Welschland zu einem Defekt der Ölleitung vom Tender zur Lokomotive mit einer grossen Reparatur in Lausanne kam, tat der guten Stimmung im Zug keinen Abbruch. Dank der Vorsorge unseres Technischen Teams fand sich eine intakte Ölleitung in der Reserve im Depot Brugg. Diese wird nun montiert. Die Aufhängung zwischen Tender und Lokomotive wird verbessert, sodass inskünftig ein derartiger Defekt mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht mehr auftritt.
3. Anlagen
Zur grossen allgemeinen Erleichterung klappte der Weichenumbau, nicht zuletzt dank günstiger Witterung, genau nach Plan, und am 6. Mai war die Gleisharfe beim Langhaus Seite Bahnhof vollständig betriebsbereit. Wir konnten feststellen, dass die Gleisbauer-Lehrlinge von ‚login’, welche den Umbau in einer quasi geschützten Umgebung (keine Zug- und nur wenige Rangier-bewegungen) ausführten, mit vollem Einsatz arbeiteten. Hut ab vor diesen jungen Leuten und deren Betreuern!
Rückwirkend auf anfangs Januar 2011 trat die SBB die auf Grund und Boden der SBB liegende Gleisanlage rund um das Langhaus und die Drehscheibe im Sinne einer Dienstbarkeit an die Anschliessergemeinschaft VMik (federführend), Bahnpark Brugg und SBB Historic ab.
Eine Mietentschädigung ist nicht zu entrichten. Der Unterhalt dieser Anlage geht zu Lasten der Anschliessergemeinschaft. Falls Anlageteile erneuert oder ersetzt werden müssen, ist ein Kostenteiler zwischen SBB und Anschliessergemeinschaft vorgesehen, der relativ günstig zu unseren Gunsten ausfällt und von den üblichen Kostenteilern zwischen SBB und Anschliessern abweicht. Zwischen den einzelnen Organisationen der Anschliessergemeinschaft wurde zudem ein sepa-rater Kostenteiler ausgehandelt und festgeschrieben, der sich von der Anzahl der auf dem Ge-lände remisierten Fahrzeuge ableitet.
4. Fahrzeuge
Nachdem unser Kollege und Profi-Maler Willy Peterhans seit einem Jahr, unter zeitweiser Mithilfe von weiteren Vereinsmitgliedern, aber letztlich doch praktisch im Alleingang den neu von der SOB erworbenen 2.Klass-Wagen innen perfekt renoviert und aussen entsprechend vorbereitet hatte, wurde dieser Wagen noch vor dem Weichenumbau, nämlich am 11. April, in die ex-HW Zürich überführt, wo Willy dem Wagen in einer gewaltigen Anstrengung ein der Innenrenovation entsprechendes neues Outfit verpasste – schlicht und einfach perfekt! Am 20. April konnte der Wagen wieder nach Brugg überführt und remisiert werden, damit die Schlussarbeiten unter Dach im Langhaus ausgeführt werden konnten und der Wagen für die Einweihung der 141.R.1244 zur Verfügung stand. Zu überprüfen gilt es noch die Wagenheizung eines Abteils, die nicht immer einwandfrei funktioniert. Aber auch hier werden wir Mittel und Wege finden, um unser neuestes Bijou der Öffentlich-keit in einwandfreiem Zustand zur Verfügung stellen zu können.
Die Betriebsbewilligung für unsere Ae 4/7 beinhaltet 2 Auflagen, die bis Ende Jahr erfüllt sein müssen. Es handelt sich einerseits um den Einbau einer sogenannten Wachsamkeitseinrichtung zur Sicherheitssteuerung. Das bedeutet, dass der Lokführer weg- oder zeitabhängig eine Handlung im Führerraum vollziehen muss, z.B. Fahrstufen auf- oder abschalten, oder die Schleuderbremse betätigen, oder das sog. „Totmann-Pedal“ loslassen und wieder drücken.Bei den SBB war diese Wachsamkeitseinrichtung nur in für sitzende Bedienung eingerichteten Führerräumen vorgeschrieben, aber die neuen Richtlinien für den Betrieb historischer Triebfahrzeuge schreiben diese Einrichtung neuerdings auch für Triebfahrzeuge mit stehender Bedienung vor. Weil unsere Ae 4/7 nie in dieser Weise ausgerüstet war, erzeugt diese Vorschrift, zusammen mit einer weiteren Neuerung, ziemlich viel Kopfzerbrechen bei unserem technischen Team. Die zweite Neuerung umfasst eine zusätzliche Einrichtung, die beim Ansprechen der Sicherheitssteuerung zusätzlich zum Rückstellen derselben betätigt werden muss. Diese Einrichtung ist nicht einmal auf allen Fahrzeugen neuester Bauart der SBB vorhanden! Nun denn, die Mitglieder unseres Technischen Teams und vor allem unsere Elektroniker sind gefordert und am Studieren einer technisch einwandfreien Lösung für diese beiden Probleme. Bis Ende Jahr werden bestimmt die nötigen Arbeiten ausgeführt sein.
Die Chromverzierung „unserer“ Ae 6/6 ist wieder vollständig montiert; sie glänzt wie eh und je! Von Industriewerk Bellinzona wurde immer wieder versprochen, eine Offerte für das Wechseln der Drehgestelle auszufertigen. Aber leider ist bis heute noch nichts geschehen. Um das Outfit von 1956 bei der Ablieferung wieder herzustellen, suchen wir die Bestandteile für die alte Stirnbeleuchtung, vor allem die oberen Laternen mit den getrennten Lampen für die Stirnbeleuchtung einerseits und das ehemalige Fahrberechtigungssignal (heute Teil der Warnbeleuchtung) andrerseits.
Die Arbeiten für den Ersatz derselben sind sehr aufwendig, umfassen sie doch Blech- und Elektro-Verdrahtungsarbeiten. Bevor diese Arbeiten nicht ausgeführt sind oder es aber für sicher feststeht, dass keine derartigen Bestandteile mehr aufgetrieben werden können, ist es sinnlos, den Lokomotivkasten samt Dach vollständig neu zu spritzen.
Damit unser grosser Kühlschrank im schönen Erstklasswagen Nr. 4 bei Elektrotraktion ab der Zugsammelschiene bzw ab der Wagenbatterie dauernd betrieben werden kann, wurde vom Elektroteam ein Wechselrichter eingebaut und entsprechend verkabelt. So kann der Kühlschrank im Depot ab Ortsnetz und auf der Fahrt ab Stromversorgung von der Lokomotive gespiesen werden.Bei Dampftraktion wird die nötige Energie für den Kühlschrank mit einer „Notstromgruppe“ erzeugt, die schon vor längerer Zeit unter dem Wagenboden eingebaut worden war.
Dieser Betrieb ist etwas heikel und bedarf einer vermehrter Aufmerksamkeit während den Aufenthalten des Zuges.
An unserem Traktor Tm II wurde ein Speisegerät für die Batterieladung ab Ortsnetz eingebaut, die alten Batterien durch neue ersetzt.
5. Öffentlichkeitsarbeit
Beachten Sie auf jeden Fall regelmässig unsere Website www.mikado1244.ch.
Sie finden dort immer das Neueste, seien es kommende oder vergangene Anlässe, seien es sonst interessante Beiträge aus allen Gebieten der Eisenbahnen.
Sie finden dort auch Links zu anderen Eisenbahnverkehrsunternehmungen (EVU).
Im Übrigen sind Beiträge aus dem Kreis unserer Mitglieder jederzeit willkommen und können dem Webmaster zur Veröffentlichung zugestellt werden.
6. Mitgliederversammlung 2012
Sie werden zu gegebener Zeit entsprechend verständigt werden.
Präsident
Peter Fehr